Bei der internationalen Richtertagung am 20.11.2005 wurde folgende Resolution verabschiedet, welche auch bei unseren Zuchtleitlinien Verwendung findet:

"Die Spezial- und Zuchtrichter für Leonberger werden in den nächsten Jahren mit besonderer Aufmerksamkeit bei der Beurteilung der Leonberger Hunde auf ein kräftiges Gebäude, insbesondere auf angemessene Brustbreite und Brusttiefe, auf ausgeprägte Knochenstärke, auf korrekte Rutenhaltung im Stand und in der Bewegung sowie auf deutlich bessere Winkelung der Vorder- und Hinterhand achten (und solchen Hunden in der Beurteilung den Vorzug geben)."



ZUCHTLEITLINIEN DES ÖCLH

1. GRUNDLAGEN

1.1 FCI Standard für Leonberger Hunde in der jeweils letzten gültigen Fassung
1.2 Statuten des ÖCLH
1.3 Zucht- und Eintragungsordnung (ZEO) des ÖKV


2. PUNKTUATION DER ZUCHTLEITLINIEN DES ÖCLH

2.1 Ausstellungen

2.1.1 mindestens zwei Ausstellungsbewertungen mit "Sehr gut" durch zwei verschiedene Leo-Spezialrichter.
2.1.2 es gelten alle Spezialschauen (Sonderschauen, Clubschauen und ähnliche Ausstellungen) jener Clubs, die in der Internationalen Union für Leonberger Hunde zusammengefasst sind.
2.1.3 anerkannt werden Bewertungen aus der Zwischenklasse und den Erwachsenenklassen (davon mindestens eine Bewertung in der "Offenen Klasse").

2.2 Nachzuchtkontrolle

Zur Feststellung der Zuchttauglichkeit sowie zur Dokumentation der österreichischen Zuchtqualität ist ab dem vollendeten 18. Lebensmonat - nach Erfüllung der Voraussetzungen: HD-Befund A oder B, zwei Ausstellungsbewertungen durch Leonberger-Spezial(zucht)richter/richterinnen mit mindestens der Formwertnote "Sehr gut" (2 x Offene Klasse, oder 1 x Zwischenklasse, 1 x Offene Klasse) - die Vorstellung des Hundes zur Nachzuchtkontrolle durch den/die Zuchtreferenten/referentin (oder eines/einer in Abstimmung mit dem Gesamtvorstand beauftragten und bevollmächtigten Zuchtrichters/richterin) erforderlich.

Eine Nachzuchtkontrolle durch den/die Zuchtrichter/richterin für Hunde im Lebensalter zwischen neun und achtzehn Monaten (HD-Röntgen und Ausstellungsbewertungen nicht erforderlich) wird auf Wunsch des/der jeweiligen ÖCLH-Züchters/Züchterin nur dann erfolgen, wenn der/die Züchter/Züchterin die möglichst vollzählige Anwesenheit aller Welpen des betreffenden Wurfes sicherstellen kann.

2.3 Zuchttauglichkeitsprüfungen

In Österreich wird die Zuchttauglichkeit einer Hündin ausschließlich aufgrund einer diesbezüglichen Beurteilung durch den Zuchtreferenten (oder einer/eines in Abstimmung mit dem Gesamtvorstand beauftragten und bevollmächtigten Zuchtrichterin/s) zuerkannt und für die korrekte Zuchtverwendung anerkannt.

Hündinnen mit Ahnentafeln des Deutschen Clubs für Leonberger Hunde können auch in Deutschland bei einer Körveranstaltung des DCLH vorgeführt werden (Hinweis: In diesem Fall sind die Voraussetzungen der DCLH – Zuchtordnung zu erfüllen!). Das Ergebnis der DCLH – Zuchttauglichkeitsprüfung gilt auch für die Zuchtverwendung der Hündin in Österreich.

Leonberger Hunde im nichtösterreichischen Besitz müssen den Anforderungen der Zuchttauglichkeit des von der FCI und der internationalen Union für Leonberger Hunde anerkannten Leonbergerclubs jenes Staates entsprechen, in dem sie stehen.

2.4 HD-Röntgen

2.4.1 Aufnahmen frühestens im 18. Lebensmonat
2.4.2 eine Aufnahme in gestreckter und eine in gebeugter Haltung
2.4.3 die Auswertung erfolgt in Abstimmung mit der FCI durch Dr. Hermann Wurster, D 86161 Augsburg.
2.4.4 das Ergebnis muss mindestens HD-A oder HD-B nach der FCI-Norm sein.
2.4.5 bei einer Anpaarung muss zumindest ein Partner HD-A1/A2 aufweisen.
2.4.5.1 Ausnahmen
2.4.5.1.1 in Abstimmung mit der ÖCLH Zuchtleitung kann in einzelnen Ausnahmefällen bei triftigen Gründen (Zuchtlinienüberlegungen, besonderer Phänotyp usw.) ein Hund mit HD-C1/C2 zur Zucht mit einem nach genetischen Überlegungen ausgewählten Partner herangezogen werden.
2.4.5.1.2 ein weiterer Zuchteinsatz nach Pkt. 2.4.5.1.1 kann nur nach Vorliegen eines vorwiegend negativen HD-Ergebnisses der gesamten Nachzucht erfolgen (Vererbungstests).
2.4.5.1.3 als negatives HD-Ergebnis gilt - in Abhängigkeit von der Wurfstärke - das Überwiegen von HD-A und HD-B; die diesbezügliche Entscheidung wird von der ÖCLH-Zuchtleitung getroffen.

2.5 Zuchttaugliches Alter

2.5.1 Rüde
2.5.1.1 ab 1 ½ Jahren
2.5.1.2 Altersbegrenzung nach oben gibt es keine
2.5.2 Hündin
2.5.2.1 je nach Entwicklung ab 2 ½ - 3 Jahren
2.5.2.2 Höchstalter beträgt ca. 7 Jahre
2.5.2.3 Ausnahmefälle für Überschreitung des Höchstalters nur mit Zustimmung der ÖCLH-Zuchtleitung bei Vorliegen wichtiger Parameter zur Erhaltung der Zuchtpopulation, sowie einer tierärztlichen Bestätigung über eine ausreichend gute Kondition der Hündin.

2.6 Wurfpausen

2.6.1 mindestens eine Läufigkeit der Hündin und/oder 1 Jahr.
2.6.2 bei Leerbleiben der Hündin kann bei der nächsten Läufigkeit wieder gedeckt werden.

2.7 Ausnahmen für den Zuchteinsatz

2.7.1 Zähne
2.7.1.1 es gilt grundsätzlich der Standard
2.7.1.2 wenn ein Partner ein vollständiges Gebiss (42 Zähne) aufweist, können mit Zustimmung der Zuchtleitung beim anderen Partner das Fehlen von P1 und/oder M3 toleriert werden. Nachweis des Gebisses/Zahnstatus ist die Zahnkarte.

2.7.2 Augenlidschluß
2.7.2.1 in Abstimmung mit der ÖCLH-Zuchtleitung kann in Ausnahmefällen (Genpoolüberlegung und Zuchtpopulation)
mit Hunden, deren Augenlider Ektropium oder Entropium aufweisen, mit ausgewählten Zuchtpartnern (deren Abstammung mit hoher Wahrscheinlichkeit diese genetische Belastung nicht enthält) gezüchtet werden.
2.7.2.2 Würfe aus derartigen Anpaarungen werden in das B-Blatt des ÖHZB des ÖKV eingetragen.

2.7.3 Fellfarbe
2.7.3.1 in Abstimmung mit der ÖCLH-Zuchtleitung kann in Ausnahmefällen (Genpoolüberlegungen und Zuchtpopulation) mit Hunden, die nicht die im Standard erwünschte Fellfarbe aufweisen, gezüchtet werden.
2.7.3.2 Würfe aus einer Verpaarung mit einem echte Fehlfarbe aufweisenden Zuchtpartner werden in das B-Blatt des ÖHZB des ÖKV eingetragen.

3. Zuchtmassgebende Parameter für die nächsten Jahre

3.1 Fitness
3.2 Größe bei ausgewogenen Körperproportionen (erwünscht: Rüde 78 cm, Hündin 70 cm)
3.3 Knochenstärke bei ausgewogenen Körperproportionen
3.4 Gangwerk
3.5 Kopf
3.6 Wesen (mit verhaltensschwachen Hunden wird im ÖCLH nicht gezüchtet)

4. Empfehlungen an die Zuchtinteressenten

4.1 Fachliteratur über Zucht und Aufzucht ist nicht von Nachteil
4.2 die Hündin ist bei Eintreten der Läufigkeit einer gynäkologischen Untersuchung durch einen facherfahrenen (kompetenten) Tierarzt zur Vorbereitung einer erfolgreichen Deckung zu unterziehen.
4.3 ein fairer Deckrüdenbesitzer läßt bei seinem Rüden von Zeit zu Zeit die Qualität des Spermas untersuchen.
4.4 empfohlene Deckgebühren (die diesbezüglichen Vereinbarungen sollten schriftlich getroffen werden):
4.4.1 EUR 145,00 Sprunggebühr: nach vollzogener Deckung zu entrichten, sofern er einen höchstens einen Monat alten Befund eines tauglichen Spermas vorweisen kann; oder nach einem erfolgreichen Wurf aus mindestens vier Welpen bestehend oder nach Wurfabnahme im Falle eines aus mindestens vier Welpen erfolgreich bestehenden Wurfes; bleibt die Hündin leer, muß der Rüdenbesitzer seinen Rüden noch einmal kostenlos zur Verfügung stellen.
4.4.2 EUR 37,00 anteiliges Welpengeld für jeden ins Zuchtbuch eingetragenen Welpen nach Wurfabnahme (Tätowierung)
4.4.3 den Zuchtpartnern steht es jedoch grundsätzlich frei, jedwede anderweitige Vereinbarung zu treffen.

4.5 Empfohlenes Welpenabgabeentgelt (bitte Musterkaufvertrag des ÖCLH verwenden)
Für in das A - Blatt des Österreichischen Hundezuchtbuches (ÖHZB) des Österreichischen Kynologenverbandes (ÖKV) eingetragene, im Lebensalter von 11 Wochen entsprechend geimpfte Welpen, empfiehlt der ÖCLH unverbindlich einen Abgabepreis von EUR 1.400,00 (zuzüglich HD-Kaution) wie er im durchschnittlichen Rahmen des Abgabepreises von Züchtern aus anderen europäischen, der "Internationalen Union für Leonberger Hunde" angehörenden Leonberger-Zuchtclubs/vereinen üblich ist.
Grundsätzlich bleibt dem/der Züchter/in die Auswahl unter den Kaufinteressenten und der individuelle Abgababepreis der von ihm/ihr gezüchteten Hunde freigestellt, da der Aufwand zur Erreichung eines, den Zuchtleitlinien des ÖCLH entsprechenden, qualitativ hochwertigen Wurfes, durch Auswahl der Elterntiere und ihrer Vorfahrenschaft, unterschiedliche vom Züchter unbeeinflußbare Kosten (Sprunggebühren/ Reisekosten-Differenzen zwischen In-oder Ausland, Anzahl der Ausstellungen im In- oder Ausland zum Erlangen der Zuchttauglichkeit) im Einzelfall beinhaltet.

4.6 EUR 200,00 HD-Kaution entweder direkt vor Abholung des Welpen beim Züchter auf das bei der UniCredit Bank Austria AG (BIC: BKAUATWW) geführte Treuhandkonto des ÖCLH mit der IBAN: AT57 1100 0002 6366 7801 erlegt oder bei Welpenanholung dem Züchter treuhändig zur prompten Ablieferung an den ÖCLH gegen Empfangsbestätigung des Züchters übergeben.

ÖCLH-Vorstand / Zuchtreferat 2006



Ergänzung der Zuchtleitlinien

Die Internationale Union für Leonberger Hunde (I.L.U.) nahm am 25.09.2010 in ihrer Delegiertenversammlung aller nationalen Leonberger Zuchtclubs die mit 01.07.2010 veröffentlichten Forschungsergebnisse hinsichtlich der Polyneuropathie beim Leonberger der genetischen Institute der die Universitäten St. Paul, Minnesota und Bern, Schweiz und die darauf begründeten Risiko minimierenden züchterischen Empfehlungen zustimmend zur Kenntnis.

Alle möglichen Genotypwahrscheinlichkeiten für die Zucht:

Genotypen der Eltern Wahrscheinlichkeit für N/N-Welpen Wahrscheinlichkeit für D/N-Welpen Wahrscheinlichkeit für D/D-Welpen

N/N x N/N

100%

0%

0%

N/N x D/N

50%

50%

0%

N/N x D/D

0%

100%

0%

D/N x D/N

25%

50%

25%

D/N x D/D

0%

50%

50%

D/D x D/D

0%

0%

100%



Aus der Sicht der Zuchthygiene sind Anpaarungen N/N x D/D, D/N x D/N, D/N x D/D und D/D x D/D (rot gekennzeichnet) zu vermeiden!

In Abstimmung mit der einhelligen Meinung dieser Delegiertenversammlung im Interesse der Zuchthygiene der österreichischen Leonberger Population, unserer Züchter und der künftigen Besitzer von in Österreich gezüchteten Hunden beschließt das Zuchtreferat des ÖCLH folgende ab sofort zwingende Ergänzung der ÖCLH - Zuchtleitlinien:

Leonberger Hunde - Rüden und Hündinnen - dürfen nur mehr dann der Zucht zugeführt werden, wenn sie einen Gentest FREI (Genotyp N/N) oder TRÄGER (Genotyp D/N) aufweisen, Anpaarung letzterer aber ausschließlich mit Genotyp N/N.

Nur mehr Hunde aus solchen Anpaarungen erhalten vom ÖCLH im A - Blatt des ÖHZB des ÖKV eingetragene Anstammungsnachweise mit dem Zusatz der Wahrscheinlichkeit der Risikobelastung aus der gegenständlichen Anpaarung.


ÖCLH-Vorstand / Zuchtreferat - 01.10.2010


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