ÖCLH - Leonberger DNA/Blutdatenbank


Der ÖCLH baut mit Unterstützung von FERAGEN e. U., Labor für genetische Veterinärdiagnostik (Mag. Dr. Anja Maria Geretschläger), Salzburg, eine Blutdatenbank für österreichische Leonberger als Basis für erbhygienische Erkenntnisse und entsprechende züchterische Maßnahmen auf.

ÖCLH-Zuchtleitlinien (ZLL) per 15.08.2017
... hier ...

Alle in Österreich
  • in der Zucht stehenden Leonberger und
  • solche, welche die Zuchtfreigabe (ZTP) erlangen wollen,
  • sowie alle Welpen aus österreichischen, in das ÖHZB einzutragenden Würfen
müssen ein mittels Blutprobenabgabe (5ml EDTA-Blut) erstelltes DNA-Profil (Mikrosatellitenanalyse - DNA-Code nach ISAG 2006 [derzeit 19 Marker]) aufweisen.

Das DNA-Profil ausländischer Deckpartner ist der Deckmeldung beizulegen.
Die 5ml - EDTA - Blutproben werden mit unterfertigt beizulegendem ÖCLH-Formular, identitätsbestätigt mittels Chipnummern-Kontrolle durch den/die Proben nehmenden Tierarzt/Tierklinik, an den ÖCLH-Vertragspartner FERAGEN e. U. eingesandt.

Alle in den Zuchtparametern vorgegebenen Testanforderungen:
derzeit:
  • DNA-Code nach ISAG 2006
  • DLA Haplotypen-Analyse (ab 01.01.2018)
  • LPN 1 und LPN 2
  • LEMP (ab 01.01.2018)
werden von FERAGEN e. U. bearbeitet.

Die Blutproben bleiben in der ÖCLH-Blutdatenbank des Vertragslabors mindestens 7 Jahre gelagert und sind Eigentum des ÖCLH und zu seiner alleinigen Verfügung. Die Laborleistungen werden gegenüber dem ÖCLH abgerechnet und von diesem an Züchter oder Leonbergerbesitzer weiterverrechnet.

Die DNA-ARRAY-Testung, auf freiwilliger Basis, - vom ÖCLH ausdrücklich empfohlen - zur Feststellung des "genomischen Inzuchtkoeffizienten", (s. www.forschung.boku.ac.at/) ist dringend erwünscht!

Selbstverständlich - und vom ÖCLH erwünscht und empfohlen (!) - können alle verfügbaren Gentests auch für nicht in der Zucht stehende Leonberger Hunde, auf Wunsch der Besitzer, in Auftrag gegeben werden.

Weitere Informationen und entsprechende Formulare erhalten Sie vom ÖCLH-Zuchtreferat. Email: zuchtreferat@leonberger-oeclh.at

Bitte bedenken Sie! Gerade die minimale Blutspende Ihres Leos könnte einmal einen Schlüssel für die Erhaltung / Verbesserung der Gesundheit der Rasse beinhalten.

Erklärung - Kurzfassung - DLA - ARRAY (Mag. Dr. Anja Geretschläger, FERAGEN e. U.) DLA-Haplotypen
(Die sogenannten DLA-Gene (Dog - Leukocyte - Antigen) liefern einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit eines Tieres und übernehmen diverse wichtige Funktionen im Immunsystem wie z.B. die Abwehr von Viren oder Bakterien. Aufgrund der immensen Vielfalt an gesundheitsgefährdendem Fremdmaterial ist das Vorhandensein unterschiedlicher Genvarianten der DLA-Gene, also unterschiedlicher Kopien des gleichen Gens, umso wichtiger. Eine möglichst große genetische Vielfalt an Genvarianten ist unverzichtbar für unsere Hunde, denn nur so können sie schnell auf unterschiedlichste Infektionen oder sich verändernde Umweltbedingungen reagieren. Bis heute wurden weit über 170 Genvarianten in unzähligen Hunderassen gefunden, aber nur mehr sehr wenige dieser Kombinationen stehen unseren Rassehunden tatsächlich noch zur Verfügung. Im Schnitt gibt es noch 5 verschiedene Haplotypen pro Rasse. Durch diese genetische Verarmung der DLA-Gene kommt es unter anderem zu einer vermehrten Anfälligkeit für Autoimmunerkrankungen. DLA-Genkombinationen geben vielfältigen Aufschluss. Sie stehen einerseits für ein funktionierendes Immunsystem, bestimmte Kombinationen sind andererseits aber auch mit Autoimmunerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion oder Polyarthritis bei unseren Hunden assoziiert. Um für eine höhere genetische Variabilität in den DLA-Genen zu sorgen, scheint es ein vernünftiger Schritt zu sein die Vielfalt in diesen Genen aufrecht zu erhalten und diese in zukünftige Zuchtplanungen miteinzubeziehen, genauso wie die anderen züchterisch relevanten Faktoren. Schlussendlich ist es das Immunsystem, das einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit unserer Hunde leistet und nur wenn es die nötige genetische Ausstattung hat, kann es auf wechselnde Umweltbedingungen adäquat reagieren.


ARRAY- Test (genomischer IZK)
Im Laufe der Jahre hat sich die Hundezucht gewandelt. Der Einsatz der genetischen Diagnostik für die Gesunderhaltung von Rassen hat zusehends an Wichtigkeit gewonnen. Dabei sprechen wir nicht nur von klassischen Untersuchungen genetischer Erkrankungen oder der Bestimmung phänotypischer Merkmale, sondern von umfassenden Tests, die einen Überblick über die genetische Diversität von einzelnen Hunden liefern sollen.
Bisher war es uns nicht möglich anhand der Genetik eines Hundes seine Diversität zu ermitteln. Dank des Diversitätsscreenings und der Analyse von tausenden genetischen Markern können wir das nun sehr umfangreich und aussagekräftig tun. Bei anstehenden Verpaarungen ist es eine gängige Vorgehensweise, basierend auf Ahnentafeln mögliche Verwandtschaftsverhältnisse bzw. gemeinsame Ahnen der Zuchtpartner ausfindig zu machen. Aber selbst, wenn keine gemeinsamen Vorfahren ausfindig gemacht werden, liefert diese Erkenntnis keine Aussage darüber wie ähnlich sich zwei Hunde genetisch sind. Auch wenn keine offensichtlichen Verwandtschaften bestehen kann eine hohe genetische Übereinstimmung zweier Hunde gegeben sein.
Basierend auf den genetischen Daten des Diversitätsscreenings lassen sich unabhängig von Ahnentafeln Verwandtschaften berechnen. Darüber hinaus liefern die ermittelten Werte auch einen informativen Überblick über das Inzuchtniveau einer Rasse bzw. einzelner Hunde. Die aus den Screenings gewonnen Erkenntnisse lassen zudem eine Berechnung von sogenannten genomischen Inzuchtkoeffizienten zu (ebenfalls unabhängig von Ahnentafeln), die für unterschiedliche Generationen bis maximal 50 Generation zurück berechnet werden können.
Viele Rassen kämpfen mit einer geringen Populationsgröße und dementsprechend damit, dass nur wenige Hunde dieser Rassen in der Zucht Einsatz finden. Umso wichtiger ist es, Zuchtpartner so zu wählen, dass sich diese ergänzen und somit eine maximale mögliche genetische Diversität an die Nachkommen weitergeben. Ziel des Diversitätsscreenings ist es, optimale und sich ergänzende Zuchtpartner unter Berücksichtigung der genetischen Diversität zu finden um die noch vorhandene Diversität einer Rasse möglichst lange zu erhalten. Diese Analyse bietet erstmals die Möglichkeit umfangreiche genetische Informationen eines jeden Hundes zu sammeln und in ein sinnvolles und zukunftsträchtiges Zuchtmanagement zu integrieren.
erweiterte Information: https://feragen.at/genetische-vielfalt/

Wie sichert man die genetische Vielfalt beim Leonberger?
36-minütiger Beitrag des niederländischen Genetikers Pieter Oliehoek


Informelle, privat geführte Leonberger Datenbanken (ohne Gewähr)
International Leonberger Database | www.ileodata.com
Leonberger Database | www.leonberger-database.com


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