Bei seiner Haltung gibt es kaum Schwierigkeiten. Er ist im Allgemeinen gesund, vor allem wenn ihm die nötige Ruhe im ersten Lebensjahr zugestanden wird (siehe FAQ - Frage 9).

Bei der Übernahme ihres Welpen sollten sie die Fütterungsempfehlungen des Züchters vorläufig beibehalten, um die Umstellung von der Zuchtstätte ins neue Heim nicht zusätzlich zu erschweren. Später können Sie langsam (evtl. in Absprache mit ihrem Tierarzt) eine Umstellung vornehmen.

Wir empfehlen ihnen mit ihrem Leo eine Hundeschule zu besuchen. In der Welpenschule macht es ihm Spaß mit Artgenossen herumzutollen, spielerisch lernt er auch so die Grundregeln des "guten Benehmens". Bei einem kleinen Hund ist es angenehm, wenn er nicht an der Leine zerrt. Bei unseren Leos ist es eine Notwendigkeit ihnen dies beizubringen. Mit der guten Veranlagung eines Leonbergers und unserer konsequenten Erziehung können wir uns Hetzkampagnen gegen Hunde ruhig entgegenstellen. Ein Stadtspaziergang mit unseren Leos erregt stets positives Aufsehen und Bewunderung ob ihrer souveränen Ruhe bei dynamisch kraftvoller Eleganz.



Welpenschutz - Impfschutz von vor der Geburt bis zur immunologischen Kompetenz
Ein Bericht von Dipl. Tzt. Martin Schlinke

Auch wenn in letzter Zeit in der Humanmedizin vermehrt über nachteilige Wirkung von Impfungen diskutiert wird ("Überimpfen"), sind wir in der Veterinärmedizin mit einem ganz anderen Infektionsdruck befasst.

Hunde reisen durch die Welt, zu Ausstellungen etc. und nehmen somit durch Schnüffeln und Belecken Nachrichten ihrer Artgenossen auf. Sie bewegen sich täglich auf Flächen wo andere Hunde bereits ihre Spuren (Exkremente, Duftmarken) hinterlassen haben. Somit ist eine Infektion jederzeit möglich. Vor allem, für Jungtiere ist es wichtig so früh wie möglich gegen die gefährlichen Hundeseuchen geschützt zu sein.

Nur durch die richtige Grundimmunisierung (nach neuen Erkenntnissen zählen nicht nur die Welpenimpfungen, sondern auch noch die erste Jahresimpfung (Auffrischungsimpfung) zur Grundimmunisierung) bzw. jährliche Boosterung des Impfschutzes ist es uns möglich unsere Hunde ausreichend zu schützen. Auch in der Veterinärmedizin wird es in Zukunft so sein, dass wir die Hunde nach individuellen Gegebenheiten und der epidemiologischen Situation sowie Expositionsgefahr impfen werden. Wie, ist von Fall zu Fall unterschiedlich und mit dem behandelnden Tierarzt abzuklären. Um einem Welpen ausreichend Schutz für ein gesundes Hundeleben mitzugeben, ist neben der genetischen Komponente und der Gesundheit der Zuchthündin (ausreichender Impfschutz zur Bildung maternaler Antikörper und Entwurmung zur Verhinderung einer galaktogenen Übertragung infektiöser Wurmlarven) ein angepasstes Impfprogramm notwendig:

1. Welpensterbe - Canines Herpesvirus (CHV-1)
Die für Welpen gefährliche Erkrankung kann bereits vor der Geburt durch Infektion der Hündin erfolgen. Die Infektion erfolgt entweder beim Deckakt oder durch Tröpfcheninfektion bei Sozialkontakt mit Herpesviren ausscheidenden Hunden. Welpen können sich auf verschiedenen Wegen infizieren: die Infektion kann bereits in der Gebärmutter erfolgen bzw. während des Geburtsvorganges in der Scheide der Hündin. Auch ist eine Infektion durch die Atemluft und das Nasensekret der Hündin auf die Welpen wie auch von infizierten Welpen auf Wurfgeschwister möglich. Um der Welpensterbe vorzubeugen, ist es empfehlenswert Hündinnen einer serologischen Titerbestimmung zu unterziehen und gegebenenfalls gegen canines Herpesvirus zu impfen.

2. Staupe - Morbillivirus
Die früher von Züchtern gefürchtete Staupe beim Welpen, spielt derzeit auf Grund der jahrzehntelangen Impfpraxis mit jährlicher Auffrischung des Impfschutzes in mitteleuropäischen Hundepopulationen zum Glück eine weitgehend untergeordnete Rolle. Trotzdem kommt es immer wieder durch Import ungeimpfter oder falsch geimpfter Tiere zu Staupefällen, da in der Wildtierpopulation ein großes Erregerreservoir vorhanden ist. Nur durch regelmäßiges Impfen erwachsener Tiere ist eine Einschleppung in die Welpenstube zu verhindern (Populationsschutz).

3. Parvovirose, Canines Parvovirus - CPV 2, CPV 2a, CPV 2b
Die gefährlichste Erkrankung für Welpen stellt immer noch die Parvovirose dar. Parvoviren sind sehr kleine widerstandsfähige Viren, die besonders bei Jungtieren schwere, meist tödliche verlaufende Infektionen auslösen. Parvoviren werden von erkrankten Hunden massenhaft in Kot und Erbrochenem ausgeschieden (ein Gramm Kot enthält oft mehr als zehn Milliarden infektiöse Einheiten) - die infektiöse Dosis können bereits 100 Parvoviren sein (mit einem Gramm Kot könnten demnach 100 Millionen Hunde infiziert werden!!). Das tückische an der Parvovirose ist, dass man die Viren - ohne es zu merken - durch Schuhe, Kleidung und Kontakt mit fremden Hunden mit nach Hause bringen kann.

Welpen befinden sich gerade in der Zeit, in der sie ihre ersten Sozialkontakte haben sollten, in der sogenannten immunologischen Lücke, d.h. dass die Antikörper gegen die wichtigen Seuchen, die sie von der Mutterhündin über die sogenannte Kolostralmilch mitbekommen haben, langsam schwinden und das jugendliche Immunsystem, das noch nie Kontakt mit Infektionserregern hatte, noch nicht so belastbar ist, um schwere Infektionen zu bewältigen. Der frühestmögliche Aufbau einer aktiven belastbaren Immunität ist daher besonders wichtig.

Aus diesem Grund wurde in letzter Zeit die Grundimmunisierung besonders unter die Lupe genommen. Fragwürdige Grundimmunisierungs-Schemata wie zwei oder überhaupt nur eine einzige Impfung kann für Welpen unter 16 Wochen als nicht zuverlässig angesehen werden (Friedrich und Truyen). In Studien war bei ca. 8-10% aller Hunde eine letzte (4.) Impfung im Alter von 16 Wochen notwendig, um eine Serokonversion (= messbarer Impfschutz) gegen Parvovirose und Staupe zu induzieren.

Diese wissenschaftlichen Ergebnisse stehen in krassem Gegensatz zu den polemischen Vorwürfen dass unsere Haustiere viel zu viel geimpft würden. Im Gegenteil: Sie sprechen für eine Intensivierung der Grundimmunisierung, da unsere Welpen im Regelfall mit 9 Wochen auf ihre neuen Plätze vergeben werden und somit die geschützte Sphäre der Welpenstube verlassen - in eine Umgebung mit unbekannten Infektionsquellen. Gerade bei Hunden legt die Möglichkeit zu frühen innerartlichen außerfamiliären Sozialkontakten den Grundstein für spätere Wesensfestigkeit und soziale Kompetenz. Besonders hier stellte bisher die Parvovirose als gefährlichste Welpenerkrankung ein großes Problem dar. Wenn man die Ergebnisse von Truyen heranzieht, konnten die bisherigen Welpenimpfstoffe nicht wirklich zufriedenstellen.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt im richtigen Management der von der Mutterhündin weitergegebenen passiven Immunität. Vakzinen mit herkömmlichen Impfstämmen werden von den mütterlichen Antikörpern in ihrer Wirkung drastisch reduziert oder sogar neutralisiert. Die maternale Immunität kann durch frühe Impfung ebenfalls reduziert werden.
Durch Verwendung eines eigenen Unterstammes (CPV 2b) der durch die mütterlichen Antikörper nicht abneutralisiert wird, der aber trotzdem gegen die infektiösen Feldstämme (CPV 2 und CPV 2a) schützt, können Welpen nun bereits ab der 5. Lebenswoche aktiv gegen Parvovirose geimpft werden. Eine Boosterimpfung mit 7 bis 8 Wochen ermöglicht es, den Welpen mit einer bereits belastbaren Immunität den neuen Besitzern zu übergeben. Dieser neue Impfstamm ist auch bereits in Österreich zur Anwendung gelangt. Eine Studie zur deutlich höheren Wirksamkeit des neuen CPV 2b-Welpenimpfstoffes wurde übrigens im Jänner dieses Jahres in der Kleintierpraxis veröffentlicht.


Quellen:
(1) B. Martinet et al., "Vergleich einer neuen CPV-2b Vakzine mit drei herkömmlichen CPV-2 Impfstoffen zur Immunisierung von Hunden gegen das Canine Parvovirus", Kleintierpraxis 51, Heft 1 (2006), Seite 1-68
(2) K. Friedrich, U. Truyen, "Untersuchung der Wirksamkeit von Parvovirusimpfstoffen und der Effektivität zweier Impfschemata", Praktischer Tierarzt 81;12, 998-994 (2000)
(3) H. Verbancic, K. Friedrich, G. Gerbermann und U. Truyen, "Untersuchung zur Wirksamkeit von Staupeimpfstoffen bei Hunden", Praktischer Tierarzt 83: 10, 866-872 (2002)

Bericht von:
Dipl. Tzt. Martin Schlinke
Tierambulatorium Fröbelstrasse
Fröbelstrasse 10
4020 Linz
Tel.: +43 / (0)664 / 32 58 176


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